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1207
wurde die Stadt zur Reichsstadt erhoben. Um 1260 wurde mit dem Bau des
Regensburger Doms St. Peter begonnen, welche zusammen mit der Steinernen
Brücke das Wahrzeichen der Stadt bildet.
Regensburg
war ein wichtiges Zentrum des Ostfränkischen Reichs gewesen. Ab 1594 wurde
die Reichstage nur noch im Reichssaal des Regensburger Rathauses abgehalten.
1663 wurde der Reichstag nicht mehr aufgelöst - sog. Immerwährenden
Reichstag. Im Immerwährenden Reichstag tagten die Fürsten des Heiligen
Römischen Reiches, sowie Gesandte aus ganz Europa. Der Kaiser selbst wurde
dabei meist durch kaiserliche Prinzipalkommissare vertreten.
Aus
dieser Zeit stammen die bekannten Begriffe: "etwas am grünen Tisch
entscheiden" sowie "etwas auf die lange Bank schieben". Den
grünen Tisch und die lange Bank kann heute noch im alten Rathaus besichtigt
werden.
Während
des zweiten Weltkriegs wurde Regensburg zum Glück nahezu verschont. Getroffen
wurden hauptsächlich die am Stadtrand gelegenen Messerschmitt-Werke. Die
Stadt selbst wurde jedoch kampflos übergeben, nicht zuletzt aufgrund einer
Demonstration des Dompredigers Dr. Johann Maier am 23. April 1945. Maier
forderte die Übergabe, damit die Stadt nicht beschädigt werde. Am darauffolgenden
Tag wurde er wegen „Sabotage“ zusammen mit dem Regensburger Bürger Josef
Zirkl und dem Gendarmeriebeamten Michael Lottner öffentlich hingerichtet. An
der Hinrichtungsstelle am Dachauplatz wurde ein Mahnmal errichtet. Maiers
Gebeine wurden 2005 in den Regensburger Dom überführt.
Der
historische Stadtkern Regensburgs selbst ist praktisch vollständig erhalten.
Nach Schätzungen verfügt die Stadt mit etwa 6.000 denkmalgeschützten
Gebäuden über die meisten in Europa. Seit 13. Juli 2006 gehört die
Regensburger Altstadt zum UNESCO-Weltkulturerbe. Manchmal wird sie wegen ihres
an Bologna und San Gimignano erinnernden mittelalterlichen Stadtcharakters
auch als „nördlichste Stadt Italiens“ bezeichnet.
Gegenwärtig
hat die Stadt ca.140.000 Einwohner mit Hauptwohnsitz und steht damit nach
München, Nürnberg, Augsburg sowie Würzburg an fünfter Stelle unter den
Großstädten des Freistaates Bayern.
Die
Stadt ist Hauptstadt und Sitz der Regierung der Oberpfalz, sowie Bischofssitz
und hat drei Hochschulen mit über 20.000 Studenten. Die nächsten
Großstädte sind Nürnberg 90 km nordwestlich, München etwa 100 km südlich
und Augsburg etwa 120 km südwestlich.
Zu
den bekanntesten Ehrenbürgern der Stadt gehört Papst Benedikt XVI. (Joseph
Ratzinger), früherer Professor der Universität Regensburg, (Papst Benedikt
XVI. hat bis heute seinen Wohnsitz in Pentling bei Regensburg). Regensburg ist
die Geburtsheimat einiger berühmter Personen. Der in Regensburg geborene Don
Juan de Austria, ein unehelicher Sohn von Kaiser Karl V. und der Regensburger
Bürgertochter Barbara Blomberg, führte die Flotte der Heiligen Liga (Schiffe
aus Spanien, Venedig, Savoyen, Genua, Malta, Toskana und päpstliche Schiffe)
siegreich mit seinen Galeeren in der Seeschlacht von Lepanto gegen die Osmanen.
Am 15. November 1630 starb in Regensburg der Mathematiker und Astronom
Johannes Kepler. Zwischen 1945 und 1950 lebte in Regensburg der
sudetendeutsche Industrielle Oskar Schindler, der während des Zweiten
Weltkrieges über 1.200 Juden vor der drohenden Vernichtung in den
nationalsozialistischen Konzentrationslagern rettete.
Regensburg
ist stark vom verarbeitenden Gewerbe (Automobilbau, Maschinenbau,
Elektrotechnik, Mikroelektronik) geprägt. Die Arbeitslosigkeit liegt unter
dem bayerischen Landesdurchschnitt (Dezember 2007: 4,2 %). Mit 720
sozialversicherten Beschäftigten je 1000 Einwohner hat Regensburg nach
Frankfurt am Main die höchste Arbeitsplatzdichte in Deutschland. Der
Hafen Regensburg ist mit einem Gesamtumschlag 2003 von 6.681.000 t (Schiff:
3.194.000 t) der größte Hafen Bayerns. Seine Lage am Europakanal
Rhein-Main-Donau macht ihn zu einem wichtigen Umschlagplatz zwischen den
Nordseehäfen und Osteuropa.
Zu
den bekannteste Firmen in Regenburg und nächster Umgebung zählen BMW, Siemens, Infinion AG, Osram Opto
Semiconducters (modernstes LED-Fertigungswerk der Welt), Continental (ehemals
Konzernsitz Siemens VDO), Toshiba, Krones AG (Weltmarktführer bei
Flachenabfüllanlagen), Maschinenfabrik Reinhausen, Bosch Siemens Hausgeräte
GmbH, AREVA Sachsenwerk.
Zu
Zeiten des New-Economy-Booms wurden in Regensburg eine Reihe von Unternehmen
gegründet wie z.B. ABC Telebuch (heute Amazon.de), ABC Telemedien AG (heute
Cronon AG - Teil der Freenet AG), InternetX (heute Teil des 1&1 Konzerns),
Adori AG, Feedback AG, Offerto.de oder die SPiN AG, womit Regensburg
eines der Zentren der deutschen Internetwirtschaft ist. |